Erfahrungsbericht Splitboard

Nachdem ich heuer nach mehreren Jahren mit climb ascent system Aufstiegshilfen auf ein Splitboard von Burton (S-Series 168) umgestiegen bin, hier ein Erfahrungsbericht nach 7 Touren mit ca. 9000 Aufstiegs-Höhenmetern:

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  • Beim Aufstieg kein Snowboard am Rücken: Erleichternde Gewichtsersparnis und Wegfallen des „Segel-Effekts“ bei starkem Wind
  • Guter Auftrieb beim Spuren (in leichtem Pulverschnee Schi-Gehern überlegen)
  • Schneller, problemloser Umbau, auch bei widrigen Wetterbedingungen
  • Wegfall des störenden Ballasts der Aufstiegshilfen im Rucksack bei der Abfahrt
  • Größere Flexibilität der Aufstiegsschi (zb beim Überwinden von Mulden), daher auch geringere Bruch-Gefahr
  • Felle nach Ende ihrer Lebensdauer leichter austauschbar als bei climbs

  • Preis
  • Schwierigere Spitzkehren als mit climbs aufgrund der Länge
  • Ohne Harscheisen schlechterer Grip beim Queren harter Hänge als mit Climbs (wo die Harscheisen fix montiert sind), etwas mühsame Montage der Harscheisen (hinfällig nach Umstieg auf eine Bindung von R&D, die über schnell einhängbare Harscheisen ohne Demontage der Bindung verfügt)
  • Etwas höheres Gewicht an den Beinen beim Aufstieg
  • Splitboard fährt sich aufgrund höheren Gewichts (durch Sliderplates und Montagepins) und höheren Stands etwas träger als normales Snowboard

Das manchmal zu lesende Argument, dass die Breite eines 2teiligen Splitboards (alternativ dazu gibt es auch 3teilige Konstruktionen) ein Nachteil sei (weil zu breit für bestehende Schi-Aufstiegsspuren), kann ich aus der bisherigen Erfahrung nicht nachvollziehen: In allen Schispuren die ich bisher vorfand war ausreichend Platz bzw konnte ich diese ohne besonderen Kraftaufwand geringfügig verbreitert, im ungespurten Gelände würde ich die Breite aufgrund des besseren Auftriebs als Vorteil erachten.

Mit einigem Kostenaufwand lässt sich das Splitboard-System weiter optimieren: Die Spark R&D Ignition Bindung enthält bereits die Sliderplate und spart dadurch Gewicht, bietet eine Standposition näher am Board und schnell montierbare Harscheisen (wie dieses Video zeigt). Update: mittlerweile ist das Nachfolgemodell „Fuse“ am Markt: http://www.sparkrandd.com/products/fuse/)

Interessant auch die Variante zusammengestutzte Softbindung + Expeditionsschuh (zb hier beschrieben) als Antwort auf das Problem, dass es bislang keine Softboots mit entsprechend steifer Sohle gibt, mit denen man ohne Steigeisen im alpinen Gelände sicher unterwegs ist.

Auch spannend: climbs mit Voilé Splitkit (geniale Gewichtsoptimierung!)

Nachtrag: Einen innovativen Ansatz außerhalb des Voilé-Systems verfolgt der relativ neue Bindungshersteller Karakoram. Ein sehr vielversprechendes System, jedoch zu relativ hohem Preis.

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4 Kommentare

  1. Hey!

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Erleichtert mir meine Entscheidung, endlich ein Splitboard zu kaufen, doch um einiges…

    cheers,
    jules

  2. Freut mich! Viel Spaß und eine gute Tourensaison,
    Hari

  3. Hei!

    habe mich gerade über Splitboards erkundigt und bin dabei auf deine Seite gestoßen…beneidenswert!
    Ich wollte fragen, ob du weißt, wo man sich mal so eins ausborgen kann, damit ich das probieren kann?

    Grüße,
    Liza

  4. Hallo,
    Verleih kenn ich keinen, aber es gibt immer wieder Möglichkeiten zu testen, zb hier:
    http://biwakscharte.de/Skitouren-Wintersport/Splitboard/Splitboards/Splitboard-Test-Wochenende::3172.html
    oder hier:
    http://www.splitboards.eu/touren/beginner-test-camp.html
    Viele Grüße,
    Harald

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